Manche Londoner Derbys finden in jeder Saison statt. Und dann gibt es Millwall gegen West Ham: ein Spiel, das jahrelang vom Kalender verschwinden kann, aber nie aus dem Gedächtnis. Im September 2026 treffen die beiden Klubs erstmals seit 2012 wieder aufeinander und bestreiten ihr 100. Pflichtspiel gegeneinander. Das Derby Millwall vs West Ham führt zurück zu den Arbeitergemeinschaften auf beiden Seiten der Themse und entwickelte sich zu einer der bekanntesten Feindschaften im englischen Fußball. Wo nahm sie ihren Anfang, warum ist dieses Duell so aufgeladen und welche Rolle spielte sein berüchtigtes Hooligan-Image?
In diesem Blog:
Warum Millwall gegen West Ham Dockers Derby genannt wird
Warum dieses Duell so selten stattfindet
Der Name Dockers Derby verweist auf die Ursprünge beider Klubs in den Londoner Docklands. Millwall wurde 1885 von Arbeitern der Konservenfabrik J.T. Morton auf der Isle of Dogs als Millwall Rovers gegründet. Zehn Jahre später entstand auf der anderen Seite des Flusses Thames Ironworks FC. Aus dieser Werksmannschaft ging im Jahr 1900 schließlich West Ham United hervor.
Die ersten Anhänger beider Vereine arbeiteten größtenteils in den Docks, Werften und Fabriken der Umgebung. Die Klubs lagen nah beieinander, standen jedoch für unterschiedliche Unternehmen und Stadtviertel. Der Wettbewerb am Arbeitsplatz verlagerte sich deshalb beinahe automatisch auf den Fußballplatz. Die Themse bedeutete keine große räumliche Distanz, bildete aber eine klare Grenze zwischen zwei Gemeinschaften mit einer starken eigenen Identität.
Später zog Millwall nach Süd-London, während West Ham weiter nach Osten wanderte. Die Klubs waren nun keine direkten Nachbarn mehr, doch der historische Gegensatz blieb bestehen. Deshalb fühlt sich das Derby bis heute wie ein Kampf um Herkunft, Viertel und Stolz an und nicht nur wie ein Spiel um drei Punkte.
Das erste Pflichtspiel zwischen den Vorläufern der beiden Klubs fand am 9. Dezember 1899 im FA Cup statt. Millwall Athletic besiegte Thames Ironworks mit 2:1. In diesen frühen Jahren trafen die Mannschaften deutlich häufiger aufeinander als heute. Sie spielten in denselben regionalen Wettbewerben und standen sich innerhalb relativ kurzer Zeit Dutzende Male gegenüber. So bekam die Rivalität schon früh einen festen Rhythmus.
Ein weiteres historisches Spiel folgte am 1. September 1904. West Ham eröffnete an diesem Tag seine neue Heimstätte, den Boleyn Ground, mit einem Duell gegen Millwall. Vor 10.000 Zuschauern gewannen die Hammers mit 3:0. Es war ein früher Vorgeschmack auf die Bedeutung dieser Begegnung: Sportliches Ergebnis und lokaler Stolz ließen sich hier nicht voneinander trennen.
Vor dem Aufeinandertreffen im Jahr 2026 hatten die Klubs 99 Pflichtspiele gegeneinander bestritten. Millwall gewann 38 davon, West Ham 34, weitere 27 endeten unentschieden. Diese Zahlen zeigen, wie ausgeglichen das Duell historisch war. Trotz der größeren Erfolge von West Ham auf höchster Ebene besitzt Millwall im direkten Vergleich weiterhin einen kleinen Vorsprung.
Die Rivalität zwischen Millwall und West Ham hat mehrere Ebenen. Der gemeinsame Arbeiterhintergrund brachte die Vereine einander nahe, machte den direkten Vergleich aber zugleich persönlicher. Beide Fangruppen sahen ihren Klub als Vertreter einer harten und unabhängigen Londoner Gemeinschaft. Ein Derbysieg bedeutete mehr als einen gewonnenen Fußballabend: Der Sieger konnte beanspruchen, auf seiner Seite der Themse die stärkere Kraft zu sein.
Beide Klubs entwickelten außerdem eine ausgeprägte Außenseiteridentität. Millwalls berühmte Haltung „No one likes us, we don't care“ spiegelt das Selbstbild eines Vereins wider, der sich wenig um die Meinung Außenstehender kümmert. West Ham schuf rund um die Docks, die Academy of Football und die Vereinshymne „I'm Forever Blowing Bubbles“ eine eigene Kultur. Gerade die Gemeinsamkeiten ließen die Unterschiede noch deutlicher hervortreten.
Zudem wurde das Derby immer seltener, weil die Mannschaften häufig in verschiedenen Ligen spielten. So konnte die Spannung jahrelang wachsen, ohne sich auf dem Platz zu entladen. Sobald eine Pokalauslosung oder ein Ligawechsel die Vereine wieder zusammenführte, wirkte die Begegnung sofort größer als ein gewöhnliches Ligaspiel.
Anyone searching for Millwall vs West Ham hooligans will quickly find stories from the 1970s and 1980s. During that period, organised crowd violence affected English football far beyond these two clubs. Groups associated with Millwall and West Ham became notorious, giving the rivalry a reputation that spread well beyond London. Films such as Green Street later reinforced that image, although such productions are entertainment rather than a reliable portrayal of every supporter.
The low point in the derby's recent history came in August 2009. West Ham won a League Cup tie 3-1 after extra time, but the football was overshadowed by disorder inside and outside Upton Park, including several pitch invasions and violence around the stadium. West Ham were later handed a substantial fine for failing to prevent supporters from entering the pitch.
Those events are part of the history and should not be romanticised. It is equally important to distinguish violent groups from the large majority of supporters who follow their club passionately but peacefully. For high-profile fixtures, clubs, police and local authorities use extensive safety measures. For most visitors, the derby's intensity lies in the noise, tension and identity, not in violence.
Nicht jedes Kapitel dieser Rivalität wird von Zwischenfällen bestimmt. Gerade die sportlichen Momente erklären, warum das Ergebnis so viel bedeutet. Im April 1903 feierte Millwall einen historischen 7:1-Auswärtssieg gegen West Ham. Ein Jahrhundert später, im März 2004, gewannen die Lions im The Den mit 4:1. Diese Partie gilt unter Millwall-Fans bis heute als einer der denkwürdigsten Siege gegen den Rivalen.
Das letzte Treffen vor der langen Pause fand am 4. Februar 2012 statt. West Ham spielte schon früh nur noch zu zehnt, gewann das Championship-Duell aber dennoch mit 2:1. Anschließend verschwanden die Vereine 14 Jahre lang aus den jeweiligen Spielplänen. Gerade diese lange Unterbrechung lässt die nächste Ausgabe weniger wie Nummer 100 einer fortlaufenden Serie und mehr wie die Wiederaufnahme einer lange ruhenden Geschichte wirken.

Am Samstag, dem 19. September 2026, empfängt Millwall West Ham im Stadion The Den. Das Spiel findet in der Championship statt und ist das 100. Pflichtspiel zwischen den beiden Klubs. Für eine ganze Generation von Fans wird es das erste Dockers Derby sein, das sie bewusst miterleben wird.
The Den ist die passende Bühne für diese Rückkehr. Das Stadion ist kompakt, die Tribünen liegen nah am Spielfeld und der Lärm bleibt zwischen den vier geraden Rängen gefangen. Schon an gewöhnlichen Spieltagen wirkt die Atmosphäre direkt und unverfälscht. Gegen West Ham erhält jeder Zweikampf, jede Grätsche und jede Entscheidung zusätzliches Gewicht.
Auch sportlich ist die Partie wichtig. In einer Liga, in der jeder Punkt zählt, müssen beide Teams ihre Emotionen kontrollieren. Die Mannschaft, die besser mit dem Druck umgeht, hat häufig einen Vorteil. Form und Tabellenposition spielen eine Rolle, lassen sich in einem Derby mit so viel Geschichte jedoch nicht immer einfach auf das Geschehen auf dem Platz übertragen.
Ein Besuch bei Millwall steht für traditionellen englischen Fußball mit sehr geringer Distanz zwischen Publikum und Spiel. Das Viertel, die schmalen Zugänge zum Stadion und der Blick über die Tribünen zeigen, wie tief der Klub in Süd-London verwurzelt ist. Genau dieser Charakter ist der Grund, warum so viele Fußballfans das The Den auf ihrer Liste haben.
Für besonders brisante Spiele können zusätzliche Regeln zu Einlass, Verkehr und Fanströmen gelten. Prüfe deshalb immer die aktuellen Spielinformationen, komme rechtzeitig vor dem Anpfiff und befolge die Hinweise des Klubs und der Ordner. Wer einen Platz im Heimbereich hat, sollte keine Farben der Gastmannschaft tragen und ausschließlich Tickets für den vorgesehenen Stadionbereich nutzen.
Nach 14 Jahren ohne Aufeinandertreffen wird eine der ältesten Fußballgeschichten Londons fortgesetzt. Im Stadion The Den treffen gemeinsame Arbeiterwurzeln, zwei starke Vereinsidentitäten und mehr als ein Jahrhundert Rivalität in 90 spannungsgeladenen Minuten aufeinander. Für eine ganze Generation von Fans ist es die erste Gelegenheit, das Dockers Derby selbst zu erleben: ein seltenes Spiel, das man nicht einfach nur verfolgt, sondern auf der Tribüne wirklich spürt.

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